Die BPS

Die BPS wurde am 1. April 1984, zusammen mit der Neufassung des JÖSchG (Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit) auch mit der Prüfung von Filmen und Bildplatten beauftragt. Seit diesem Zeitpunkt findet sich auf Videokassetten der Sticker "Freigegeben ab xx Jahren gemäß §7 JÖSchG FSK" wieder.
Die BPS kann, da sie eine staatliche Institution ist, nur auf Antrag von Jugendämtern oder Privatleuten tätig werden. Anfangs war die BPS vorrangig für Zeitschriften und Magazine zuständig. Eine Indizierung wird durch ein Gremium aus 12 Personen beschlossen. Dieses 12er- Gremium benötigt für eine Routineindizierung rund 6 bis 8 Wochen. Bis dahin waren die fraglichen Zeitschriften schon längst vergriffen. Selbst die "Expressvatiante", das 3er- Gremium, kann frühestens nach 5 Werktagen eine Indizierung aussprechen. Und selbst das ist für Zeitschriften und Magazine ungefährlich, da nach 7 Werktagen meist schon die nächste Ausgabe erscheint. Aber bei Filmen und Büchern handelt es sich um langfristigere Medien und dann sieht die Sache schon ganz anders aus. "Tanz der Teufel" ist bislang der einzigste Film der durch das 3er- Gremium, im Mai 1984, aus den Videotheken geholt und am 02.07.1984 beschlagnahmt.
Indiziert wird nahezu jeder Film, der im Kino frei "ab 18" war, da eine Indizierung bedeutet, das besagter Film, "Jugendlichen unter 18 Jahren weder zugänglich gemacht noch für Jugendliche sichtbar beworben werden darf". Das ist für einen Verleiher natürlich ein Risiko, da et den Film nicht mehr öffentlich bewerben darf, auch nicht auf anderen Kassetten. Wird auf einer anderen Kassette für einen indizierten Film geworben, wäre diese Kassette auch Objekt der Indizierung.
Wichtig ist, das die BPS keine Schnitte vornimmt, aber es wenden sich schon mal Verleiher an die BPS um abzuklären, ob ein Film der Gefahr der Indizierung untersteht. In einem solchen Fall EMPFIEHLT die BPS die herausnahme bestimmter Szenen, um später nicht Indiziert zu werden. Die BPS beschlagnahmt auch keine Filme, das können nur Gerichte. Entdeckt die BPS allerdings Elemente die gegen §§ 131 oder 184 StGB verstoßen, stellt die BPS einen Antrag auf beschlagnahme bei der Staatsanwaltschaft.